Da es inzwischen sehr viele Rennmausseiten im
Netz gibt, halte ich eine zu ausführliche In-
formationsseite für überflüssig. Deshalb gibt es hier nur ein kurzes
Basiswissen. Mehr De-
tails findet ihr auf meiner Linkliste.
Meriones unguiculatus, so lautet die
zoologische Bezeichnung der Rennmäuse, was über-
setzt "Krieger mit Krallen" bedeutet. Die in Familienverbänden
lebenden Nager können
unerbitterlich kämpfen, wenn sie ihr Revier verteidigen müssen. Halbwüsten
und die Steppe
Zentralasiens sind ihre bevorzugte Heimat. Sie leben dort in Gruppen mit einem
komplexen
Sozialgefüge und einer strengen Rangfolge. In Gefangenschaft ist es deshalb
nicht einfach
eine grössere Gruppe friedlich zu halten. In der freien Natur wohnt die Familie
in verzweigten
Tunnelsystemen die die Tiere vor Angreifern und der Mittagshitze schützen. Dort
wird auch
der Nachwuchs aufgezogen. Rennmäuse gehören zwar zu der Familie der
"mäuseartigen"
doch sie sind näher mit Hamstern verwandt als mit den Farbmäusen, denn sie
gehören wie
Hamster zur Familie der Wühler. In Gefangenschaft können Rennmäuse im
Durchschnitt bis
zu 4 Jahren alt werden.
Rennmäuse sind Gruppentiere, daher sollten
sie mind. paarweise gehalten werden. Ob ein
männliches oder weibliches Pärchen liegt jedem frei. Zwar heisst es immer
wieder das
männliche Tiere verträglicher zueinander wären als weibliche, doch
Unterschiede oder
Aggression bei weiblichen Tieren konnte ich nicht mehr beobachten als bei den
Böcken.
Eine Unterbringung in einem Aquarium (so meine Erfahrung) eignet sich besser als
in
einem Käfig, da Renner sehr viel buddeln und wühlen. In einem Käfig lässt
sich meines Er-
achtens nicht genug Einstreu einfüllen, ein Aquarium schützt durch die
Scheiben vor ständigen
herausscharren des Streus. Ein Aqua sollte für 2 Tiere die Mindestmasse 80cm x
40 cm auf-
weisen, also eine Grundfläche von mind. 3200 cm2. Wobei es mir auf die zur
Verfügung
stehende Grundfläche ankommt und nicht auf die Form des Aquas.
Als Einstreu bekommen meine Renner das übliche Kleintierstreu, das grosszügig
verteilt
wird, dazu tgl. Heu und Stroh. In jedem meiner Aquas befindet sich ein Sandbad,
Ebenen
zum Klettern, kleine Baumstammröhren, Häuschen, Mangrovenwurzeln, Kokosnüsse
usw.
Klopapierrollen und ungebleichtes Zewa zum Nestchenbauen und Nagen wird immer
wieder
angeboten.
Bekommen meine Mäuse bewusst nicht, da ich
der Meinung bin das der Stress des Ein-
fangens in keiner Relation zum Auslauf steht. Ausserdem habe ich beobachtet das
Aus-
lauf bei grösseren Gruppen zu Revierkämpfen führen kann.
siehe unter "mein Futterkonzept"
Um eine Vergesellschaftung von Rennern
kommt man nicht umhin, wenn man züchtet.
Zuchtpaare werden aufgelöst, neue Renner müssen integriert werden.
Jungtiere vergesellschafte ich mit
anderen Jungtieren und mit Erwachsenen mit der
Kleinraummethode. Dazu wird das
schwächere Tier zuerst in eine kleine Transportbox
mit viel Heu gesetzt und das andere Tier kommt dann dazu. Jetzt ist genaues
Beobachten
gefragt!
Am Anfang piepen die Mausis noch ganz
aufgeregt und schnuppern intensiv an der anderen
Maus. Sollte es zu Beissereien und zu einer ineinanderverbeissenden Kugel
kommen, wird
sofort getrennt und die Tiere werden mit Trenngitter vergesellschaftet.
Ansonsten wird weiter
beobachtet und die Tiere werden mind. 24 Stunden zusammen in der Box belassen.
Gute Zeichen sind gegenseitiges Putzen und zusammen schlafen. Dannach werden die
2 in
ihr zukünftiges Aqua gesetzt, die Grundfläche wird durch ein Gitter
verkleinert, es gibt keine
Spielzeuge und Versteckmöglichkeiten. Klappt alles gut bekommen sie 2 Tage später
die
komplette Grundfläche und nach und nach die gesamte Einrichtung. Diese Methode
hat bei mir
bis jetzt immer geklappt.
Trenngittermethode:
Wende ich an bei der Vergesellschaftung von erwachsenen
Tieren.
Dazu verwende ich ein 60er Becken das in der Mitte durch ein Trenngitter
abgetrennt ist und
vorher gründlich gereinigt wurde. Es wird mit frischem Kleintierstreu gefüllt,
auf jede Seite kommt
ein Sandbad. Weitere Einrichtungsgegenstände bekommen die Mäuse nicht. Auf
jede Seite wird
eine Maus gesetzt, dann werden die Seiten täglich 2 mal getauscht.
Diese Methode wende ich solange an, bis die Mäuse nicht mehr markieren, im Nest
des
Gegenparts schlafen und keine Aggressionen mehr am Trenngitter zeigen. Das ganze
kann
bei hartnäckigen Fällen bis zu 3 Wochen dauern. Bin ich der Meinung man kann
die Zusammen-
führung wagen, kommen die Mäuse in ein neutrales kleines Becken und werden
unter Beobachtung
zusammengeführt.
Achtung! Legt euch Arbeitshandschuhe parat, falls sich ein Knäuel bildet!
Sollte dies der Fall sein,
wird wieder getrennt und das Spiel geht von Vorne los. Beschnuppern sich die Mäuse
und rangeln
im normalen Rahmen ohne Beissen um die Rangfolge festzulegen, wird weiter
beobachtet.
Sobald die Tiere sich friedlich verhalten und gegenseitig putzen und schlafen
wird wie
mit der Kleinraummethode weiterverfahren.
Die Trenngittermethode klappt nicht bei
allen Tieren, manche können sich einfach nicht „riechen“
und eine Zusammenführung klappt nicht.
ob der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Es trommelt heftig mit den Hinterbeinen
und jagt das Weibchen
durch das Aqua. Die Begattung erfolgt dann blitzschnell und mehrmals
hintereinander.
Während der Trächtigkeit braucht das
Weibchen unbedingt tierisches Eiweiss, da es sonst später eventl.
die Jungen auffrisst. Ebenfalls gebe ich allen werdenden Müttern einen Kalk-und
Mineralstein der wichtig
für den Knochenaufbau der Jungtiere ist. Die entsprechende Ernährung während
Schwangerschaft und
Aufzucht findet ihr im Futterkonzept.
Nach 24-26 Tagen ( die Austragszeit kann
auch länger sein, wenn das Weibchen noch einen anderen Wurf
grosszieht) kommen im Schnitt 4-6 Junge zur Welt. Die Ankunft erkennt man am
dezenten Gepiepse.
Die ersten 10 Tage sollte man auf keine Fälle ins Nest fassen! Mein
Zuchtweibchen Farah hat da nichts
dagegen, sie vertraut dem Menschen, grundsätzlich rate ich aber davon ab. Während
der Geburt verjagt
die Mutter den Vater aus dem Nest, später darf er dazu stossen und hilft bei
der Aufzucht der Kleinen
aktiv mit.
Sofort nach der Geburt kann die Mutter
wieder gedeckt werden! ( will man keinen weiteren Nachwuchs mehr,
sollte der Vater für 24 Std. rausgenommen werden)
Bei der Geburt kommen sie blind, taub
und nackt auf die Welt, die Kleinen brauchen jetzt die Hilfe der Mutter,
damit sie Kot und Urin absetzen können. Dazu leckt sie deren Bauch was die
Verdauung stimuliert. Instinktiv
finden die Babies die Zitzen.
4.-5. Tag: die ersten Haarspitzen sind zu erkennen
ca. 18. Tag: die kleinen öffnen die Augen
3. Woche: die Kleinen erkunden das
Aqua und probieren erste Nahrung
( ich biete dann erreichbar für die Kleinen Haferflocken und und
Wellensittichfutter an)
4. Woche: zu der Zeit nehme ich die
Jungtiere zum ersten Mal raus um das Geschlecht zu bestimmen.
Die Kleinen sind jetzt selbstständig.
6. Woche: Zeitpunkt der frühesten Abgabe.
züchtet nicht aufs Geratewohl nur weil
die Babies so süss sind. Das Vergnügen ist nur kurz, bald
habt ihr stattliche erwachsene Tiere, die Mutter kann noch am selben Tages ihres
Wurfes wieder gedeckt
werden, dann habt ihr schon 2 Würfe und mit 8 Wochen können frühreife Tiere
wieder werfen und ihr steht vor
einer Babyflut! Bitte informiert euch bevor ihr züchtet genau.....
...ob ihr Platz für weitere Becken habt, die ihr unvermeidlich braucht
...ob ihr alle Tiere behalten könnt, falls ihr sie nicht weitervermitteln könnt.
...ob ihr bereit seit Geld für Tierarztkosten auszugeben, die sehr hoch ausfallen können
...ob ihr bereit seit lange
Fahrtstrecken auf euch zu nehmen um ein geeignetes Zuchtpaar zu finden
( bei Tieren aus Zoohandlung wisst ihr nicht
ob es Inzuchttiere sind)